Prinzenallee @ AZ Conni
Eine leckere Mischung zwischen Clouddead und Yellow Swans lieferten Prinzenallee (halb Berlin/halb Fort Lauderdale, Florida) letzten Samstag im AZ Conni ab. Während die klassischen Anticon-acts immer mehr in Richtung Pop (=Schmutz) abwandern (Stichwort Why?), türmen die beiden Herren bei Ihren gemeinsamen Konzerten in der Mitte des Saales (!) einen Tisch mit Geschirr und kleinen Kästchen mit Knöpfen auf, alles garniert mit fünfzehn Metern Kabelsalat, sodass das Publikum im Exil auf der Bühne oder am Rande der Tanzfläche hofft (oder fürchtet): "Nun ist alles möglich zwischen Comelade und Merzbow." Indes muss sich niemand ängstigen: Es bleibt melodisch, es wird gesamplet, was das Zeug hält, die Noise-Elemente sind schräg und aggressiv ohne eintönig zu werden oder zum Selbstzweck zu geraten. Der Sprechgesang ist grandios (Hi-Fi-Mic und/oder Lo-Fi-Mic), die Performance reißt mit und der Humor kommt keinesfalls zu kurz. An den ("spontanen") scherzhaften Einlagen zwischen den Tracks darf noch gearbeitet werden (In der Tat, Mr. Bruna, erlaubt sich auch die Tschechische Republik, jedem Autofahrer die Anpassung an eine landeseigene Straßenverkehrsordnung abzuverlangen. Ist das nicht unerhört?!). Das Set ist kraftvoll und kompakt. Nachdem das aktuelle Album gespielt wurde, haben sich alle im Raum verausgabt, auf Platz 1 allerdings: Bleubird (voc/electr), dahinter Jayrope (bass, perc, electr), gefolgt vom klatschenden Feld. Fazit: ein kleines, aber feines Konzert, Abstract Noise Hop, oder wie oder wat?
Großes Lob für das ästhetische Erscheinungsbild des für die Vinylausgabe auf um zwei Stücke gekürzten (Bonus Tracks for fecking CDs? --> OLD SCHOOL!) Albums: es spielt immer noch 30 Minuten und sieht als weiß-blaues 10'' Splattervinyl fabelhaft aus (die beiden Stücke, die nicht auf der 10" sind, gibt's, samt dem Rest, per Downloadcoupon). Der Inhalt ist musikalisch kurzweilig, ansprechend produziert, erinnert dabei an die frühen Clouddead, ist aber flotter und weniger melancholisch als die Überväter, bleibt allerdings (leider) unter dem Level von flirrendem Noise und scherbelndem Experimentieren des Livesets.
Wer eine der 250 gepressten Scheiben, betitelt Don’t Let Nerds Take Over Your Life, verzehren möchte, wendet sich am besten an den Herausgeber: Endemick Music. Kostet dort 11 Euro plus Versand (aus Kanada ;), bei Konzerten noch satte 15 Euro; geplante Konzerte werden sicherlich über Prinzenallee's Myspace-Seite kundgetan. Wir raten: Don't miss!
Großes Lob für das ästhetische Erscheinungsbild des für die Vinylausgabe auf um zwei Stücke gekürzten (Bonus Tracks for fecking CDs? --> OLD SCHOOL!) Albums: es spielt immer noch 30 Minuten und sieht als weiß-blaues 10'' Splattervinyl fabelhaft aus (die beiden Stücke, die nicht auf der 10" sind, gibt's, samt dem Rest, per Downloadcoupon). Der Inhalt ist musikalisch kurzweilig, ansprechend produziert, erinnert dabei an die frühen Clouddead, ist aber flotter und weniger melancholisch als die Überväter, bleibt allerdings (leider) unter dem Level von flirrendem Noise und scherbelndem Experimentieren des Livesets.
Wer eine der 250 gepressten Scheiben, betitelt Don’t Let Nerds Take Over Your Life, verzehren möchte, wendet sich am besten an den Herausgeber: Endemick Music. Kostet dort 11 Euro plus Versand (aus Kanada ;), bei Konzerten noch satte 15 Euro; geplante Konzerte werden sicherlich über Prinzenallee's Myspace-Seite kundgetan. Wir raten: Don't miss!

Abb.: Bleib sauber! Aber Obacht: Nur Noise = Reinlichkeitswahn.

reakshow!





