Fünf Gründe für den Januar
Grund genug: Five American Portraits von Red Krayola With Art & Language.
The Red C/Krayola waren schon postmodern, bevor Herr Derrida "Filmen Sie mich im Spiegel, das wär' doch mal was anderes!" sagen konnte und - das muss man ihnen erst einmal nachmachen - sie sind dabei nie langweilig geworden. Auf ihrer neuesten Platte (wieder bei Drag City verlegt) lauschen wir ihren Anweisungen, die uns mitteilen, wie Portraits von Wile E. Coyote, George W. Bush, Jimmy Carter, John Wayne und Ad Reinhardt zu malen wären.
Von Mayo Thompson und dem erfrischend marxistischen Kollektiv Art & Language waren wir bis heute gewohnt, neue Titel ein paar mal hören zu müssen, bevor wir sie schätzen lernten. Mit dem neuen Album ist das anders: Von anfang ziehen sie uns den Boden unter den Füßen weg: Die Idee von "Malen nach Noten" ist zu genial, um wahr zu sein. Die musikalische Ausführung kann - formal - nur mit John Zorn's mittlerem Werk verglichen werden. Musikalisch gibt's den typischen bedacht und lässigen Thompson Sound, zugleich variieren die Stücke viel mehr, Piano und Saxophon kommen ausgiebig zum Einsatz. Die Verknüpfung von musik- und soziohistorischem Kontext wird hier noch ironischer und expliziter ins Extrem getrieben, bewahrt dabei - keine Angst - den Charme des Experimentellen, Rockigen, Freakoutigen ... wobei es zumindest den letzten Begriff noch gar nicht gibt (Copyright liegt beim Wiesel, nachzuschlagen im nächsten Duden.).
Merke: Album kaufen, denn "The eyes of Texas are upon you!"
Auch das letzte Album von 2007, Sighs Trapped By Liars (leider nicht auf Vinyl), sei nochmals empfohlen:

reakshow!




