Chansons de la Belette Malade
20. Mai 2009, 18.00-19.00 Uhr
Abb.: Platten, die den Sammler schwach und das Wiesel krank machen.
Little is known about
Mississippi Records, und so müssen wir uns für die Geschichte dieses Labels tatsächlich an einen
Wikipedia-Artikel halten. Glauben wir der Quelle, wurde dieser Verlag etwa 2003 gegründet und sein Konzept scheint schlicht zu sein, alles auf Vinyl zu pressen, was
Alex Yusimov und
Eric Isaacson, die den gleichnamigen Plattenladen betreiben, selbst gern auf einem obskuren Flohmarkt finden würden. Mittlerweile scheinen sie diesen Wunsch aufgegeben zu haben und stellen die Sammlerstücke einfach selbst
her. Das hat für jeweils tausend Vinyljunkies (obwohl anzumerken ist, dass es glücklicherweise auch ab und an Nachauflagen gibt) in aller Welt den Vorteil, dass sie für knapp eine handvoll Dollar unglaubliche Dinge zu hören zu bekommen:
Washington Phillips spielt in den 20er Jahren ein selbstgebaute (?) Dolceola (??) - keiner weiß, worum zum Geier es sich bei diesem Instrument eigentlich handelt, aber wer es einmal gehört hat, küsst den Boden des Plattenregals, in dem diese Scheibe gelagert wird.
Der Priester
Bishop Perry Tillis geht in Rente und schrammelt in seinem Schlafzimmer mit seiner E-Gitarre eine Kiste Tapes mit spirituellen Freakouts voll, die er unter seinem Bett versteckt, wo sie nach seinem Ableben gefunden werden? - Mississippi gibt es uns.
In den 70er Jahren kommt eine junge christliche Singegruppe - die
Spiritual Singers - auf die Idee, den Pop der Beatles und den Sound Afrikas auf ihrem Album
Ntsamina charmant holprig zu vermischen und nimmt so nebenbei die
Deep Freeze Mice vorweg. Selbst der gereizteste Atheist ist - vorausgesetzt er hört dieses Werk - geneigt, in diesem Fall Fünfe gerade sein zu lassen und dankt Gott die LP mit der Nummer MR-032.
Die obskure
Thai Record, um deren Enstehen und Herkunft sich mehr Mythen ranken, als Eristiker in ein U-Boot passen, verschlägt uns glatt die Sprache oder nötigt uns vielmehr zu dem Eingeständnis, dass die uns verbliebenen Wörter nicht ausreichen, um zu beschreiben, was die Damen und Herren dort durchziehen.
Lange lange möchten wir dies Loblied weiter schreiben, aber die Zeit ist kostbar und wird vorugsweise mit dem Hören der hervorragenden Zusammenstellungen, wie
Lipa Kodi Ya City Council, I Don't Feel at Home in this World Anymore, Fight On, Your Time Ain't Long, Oh Graveyard, You Can't Hold Me Always, I Woke Up One Morning In May verbracht. Lieber noch werden wir Zeuge, wie
Abner Jay eine ganze Kapelle ersetzt, oder wir treffen alte Bekannte wie
Michael Hurley, dessen Armachair Boggie einen verdiensten Re-Release erhielt.
Mississippi Records über alles!
Abb.: Endlich sagt's mal jemand.Liebhabern der
Anthology of American Folk Music tropft ja nun eh schon der Zahn... ein paar Links und eine bebilderte Diskographie liegen:
da.
Tracklist
1. Bukka White - Promised True and Grand (Fight On, Your Time Ain't Long)
2. Mother McCollum - Take My Vacation in Heaven (Fight On, Your Time Ain't Long)
3. Geechie Wiley - Last Kind Words (Last Kind Words)
4. Edward Clayborn - Death is Only a Dream (Last Kind Words)
5. Crumb Brothers - Seat in the Kingdom (Life Is A Problem)
6. Professor Johnson - Standing in the Safety Zone (Life Is A Problem)
7. Tom Dutson - Lil' School Song (Life Is A Problem)
8. Cleoma Falcon - Prends Donc Courage (I Don't Feel At Home In This World Anymore)
9. The Caresser - Edward the VIII (I Don't Feel At Home In This World Anymore)
10. Blue Sky Boys - Will You Miss Me When I'm Gone? (I Don't Feel At Home In This World Anymore)
11. Alemayno Eshintay - Love is Love (Love Is Love)
12. S.E. Rogers - Toomus Meremereh Nor Good (Love Is Love)
13. Peter Tsotsi, Nashil Pichen, & The Equator Sound Band - Pole Musa (Love Is Love)
14. Unknown - Chemirocha (Love Is Love)
15. Moussa Dombia - Yeye Mousso (Lipa Kodi Na City)
16. S.E. Rogie - Do Me Justice (Lipa Kodi Na City)
17. Isaya Mwinamo - Lipa Kodi Ya City Council (Lipa Kodi Na City)
18. Spiritual Singers - Kimia (Ntsamina)
19. Spiritual Singers - African People (Ntsamina)
20. Abner Jay - The Reason Young People Use Drugs (The True Story of Abner Jay)